Passatella
Italienisches Wirtshausspiel: Zwei bestimmen, wer trinken darf und wer nicht.
Schwer
Ihr braucht
Spielregeln
Herkunft: Passatella war bis ins 20. Jahrhundert in römischen und süditalienischen Osterien verbreitet. Carlo Levi beschreibt es in Christus kam nur bis Eboli. Der Reiz lag nie im Trinken, sondern im öffentlichen Verweigern: Wer nichts abbekam, war der olmo, der Ulmenbaum, der nur zusieht. Wegen der Streitereien war das Spiel zeitweise verboten.
Vorbereitung: Alle zahlen in einen gemeinsamen Topf, davon wird eine Flasche für die Runde bestellt. Ein Kartenspiel dient zum Auslosen.
Ablauf:
- Jeder zieht eine Karte, die höchste wird padrone, die zweithöchste sotto
- Der padrone gibt frei, wie viel ausgeschenkt wird, der sotto verteilt es
- Der sotto darf jeden übergehen und muss es auf Nachfrage begründen
- Nach jeder Runde wird neu gezogen
Trinken:
- Nur wer zugeteilt bekommt, trinkt
- Wer übergangen wird, bleibt olmo und darf in der nächsten Runde als Erster ziehen
- Wer sich selbst einschenkt, ist raus
Warnung aus der Überlieferung: Das Spiel lebt vom Spott. Haltet es freundlich, genau daran ist es historisch regelmäßig gescheitert.